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Zum familiengerichtl. beauftragten Gutachten von Dipl.Psych. Sch. …

… führt Facharzt für Psychiatrie, Dr. Weinberger in seinem Gutachten folgendes aus:

Leitner wendet gegen Sch. „diagnostische“ Feststellungen und Schlußfolgerungen zuerst formale Gründe ein. Als nicht-appro­bierte Diplom-Psycho­lo­gin sei Sch. schon berufsrechtlich gemäß § 1 des Psychotherapeutengesetzes (PsyTheG) zur „Feststellung des Vorliegens oder Nichtvorliegens einer behand­­lungs­be­dürf­tigen Persönlichkeitsstörung“ gar nicht befugt gewesen (GA-L 7). Ihre Aus­führungen hätten so auch nie als Grundlage einer gerichtlichen Entscheidung dienen dürfen.

Als Psychiater, ärztlicher Psychotherapeut muß auch ich vorweg feststellen, daß jedermann für sich zwar häufig einmal Mitmenschen behandlungsbedürftiger Störungen verdächtigt, solche Verdachtsäußerungen vor Gericht aber angesichts der dort daraus re­sultierenden Rechts- und Re­putationseinbußen aber dem kompetenten Facharzt vorbehalten bleiben sollten. Krankheit festzustellen und zu behandeln (oder auch sie auszuschließen), ist nun einmal Sache des Arztes. Daß dies bei der Feststellung psychischer Krankheit vor Gericht, die hier für die Betroffenen und von ihnen Abhängige oft die gravierendsten Folgen hat, anders gehandhabt wird, ist, auch wenn es sich gerade bei Familiengerichten weithin eingebürgert hat, immer noch merkwürdig genug, kann und soll hier aber nicht weiter diskutiert werden. Mit dem approbierten, habilitierten Psychologen Leitner bin ich jedenfalls einig, daß für die Feststellunng von Krankheit, ja schon die Äußerung eines Krankheitsverdachts vor Gericht hohe fachliche Kompetenz Voraussetzung sein sollte. Hinzu kommt, daß es für die Verdachtsäußerung auf eine psychische Erkrankung im vorliegenden Fall sachlich gar keine Grund­lage gab – was ich in meinem Attest vom 25.3.2014 be­reits ausgedrückt habe.

Leitner betont, das Sch. Gutachten hätte, (…), auch „den Anforderungen der Heil- und Sonderpädagogik gerecht werden“ müssen (GA-L 10), was aus ihm eben nicht ersichtlich wurde. Er meint, da hier „die Erziehung ein zentraler Gegenstand der Begutachtung“ war, seien außer einem Diplom und der Approbation in Psycho­logie „auch noch spezifischer erziehungs­wissen­schaftlicher Kompetenzen“ zur Begutachtung notwendig gewesen (GA-L10). M.E. stehen diese Fragen jetzt bei Gericht nicht im Vordergrund. Es genügt wohl, daß bei psychiatrisch-psychologischer Frage­stellungen in der Begutachtung berück­sichtigt wird, was ge­setzlich gefordert wird, nämlich die ärztliche oder psychologische Approbation, woran PD. Dr. Leitner zurecht erinnert hat.

Auch bezüglich der von Sch. durchgeführten Exploration von Eltern wie Kindern, ihrer Verhaltensbeobachtung und der durchgeführten psy­cho­logischen Tests und ihrer Auswertung sowie ihrer Akteneinsicht und der Literatur durch Sch., auf die sie baut, meldete PD Dr. Leitner zurecht schwerwiegende Bedenken an. Er verweist u.a. dar­auf, daß nur „systematisch“ an Hand von wissenschaft­lich erarbeiteter und überprüfter „diagnostischer Leitfäden“ (GA-L

13) durchgeführte Exploratio­nen, Beobachtungen etc. Gewähr geben, daß „nichts Wich­tiges vergessen“ (GA-L 14), nicht eigene Nei­gungen, Vor­urteile oder die „(Tages-)verfassung“ des Gut­ach­ters, aber auch seines Gegenübers u.a. mit in seine Expertise einfließen, nur sie somit als „wissen­schaft­lich“ gelten können. Wie Leitner feststellt, „…scheint die Sach­ver­ständige hier vielmehr ausschließlich unsystematische und nicht verfäl­schungs­re­sistente Befragungen durchgeführt zu haben“ (GA-L 13), ein Eindruck, der sich auch mir beim Studium des Sch. Gutachtens aufdrängt. Er geißelt u.a. die grob falsche, sinnwidrige Anführung diagnostischer Begriffe, etwa des Eltern­ent­fremdungssyndroms (PAS) durch Sch., die sie dann mit zur fälsch­lichen An­nahme des o.g. „Borderline-Syndroms“ (ver-)führten.

Besonders kritisch mustert Leitner die von Sch. durch- und angeführten psychologischen Tests. Er schreibt dazu (GA-L 38): „Psychologische Sachverständigengut­ach­ten er­we­cken häufig durch eine Vielzahl von durchgeführten psychologischen Tests den Eindruck besonderer Fachkunde und wissenschaftlicher Unanfecht­bar­keit. Dabei ist aber zu beachten, daß viele der … eingesetzten projektiven Test­ver­fahren nicht den üblichen wissenschaftlichen Gütekriterien entsprechen…“ Von den elf von Sch. angewandten Testverfahren sieht Leitner die meisten erforderlichen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) als nicht oder nicht ausreichend gegeben, die daraus gezogenen Schlußfolgerungen Sch. teilweise als „geradezu ver­mes­sen“ (GA-L 28). „Als ganz gravierenden Mangel“ sieht er andererseits an, daß eine Untersuchung mit „reliablen und validen Testverfahren gar nicht vorge­nommen wurde“ (GA-L 38).

Der Sachverständigen Dipl.Psych. Sch. sei es, so PD Dr. Leiter zusammen­fassend, „auf relevanten diagnostischen Ebenen (insbesondere Testdiagnostik, Beobachtungs- und Explorationsmethoden) keineswegs auch nur annähernd hinreichend gelungen, eine wissen­schaftlich fundierte Expertise vorzulegen, die als Basis für eine … gerichtliche Entscheidung mit enormer Tragweise für alle Beteiligten dienen kann“.

(…)

Tendenziös erscheinen auch Sch. „Beobachtungen“. Vom Gesprächsverhalten der Probandin am 13.9.2013 hält sie fest (GA-S 24): „… begann ungefragt zu berichten… An manchen Stellen wurden ihre Angaben unzusammenhängend und schwer nachvollziehbar… immer wieder schweifte die Mutter in andere Ereig­nis­se und Themenfelder ab…“, als sei das bereits ein Indiz für eine fragwürdige psychische Verfassung.

Allem Anschein nach schrieb Sch. einfach alles nieder, was ihr von den Kuwalew­skys gerade vor Augen, zu Ohren und in den Sinn kam. Sie füllt so insgesamt 108 Seiten ihrer Experetise mit großenteils unbedeutsamen Begebenheiten und tut, als gehe, für jedermann /-frau, zumindest für fachlich Beschlagene, „Einsichtige“ das Krankhafte an den Objekten ihrer „Beobachtungen“ klar hervor, dazu die hohe wissenschaftliche Qualität ihrer Ausführungen.

Fast alles, was Probandin vorbringt, bekommt bei Sch. nach deren Aufzeichnung eine negative Konotation. Wenn jene erzählt, der Mann habe die Kinder erst spät zurückgebracht, so daß keine Zeit mehr für die Haus­aufgaben blieb, „echauffierte“ sie sich (GA-S 32). Auf Schritt und Tritt weht den unvoreingenommenen Leser des Gutachtens eine mißgünstige Voreinge­nom­men­heit der Gutachterin an.

Auch an den Aussagen der vier Kinder, die bei vielen unterschiedlichen Anlässen klar und immer wieder und mit allem nachdrücklichen Gefühlsausdruck bekundeten, bei ihrer Mutter sein zu wollen, findet Sch. immer „ein Haar in der Suppe“, so als ließen diese Aussagen für den/die „Kenner“, die „Einsichtigen“ doch etwas anderes erschließen.

Daß Mitarbeite­r/in­nen des Jugendamtes einer Frau, die einen „für Ordnung sorgenden“ Beruf wahrnimmt, den in ihrem „tierreichen“ Haus herrschenden Geruch gegen sie vorbringen, auch daraus eine Verwahrlosung der Kinder ableiten und, ihnen folgend, auch die Gutachterin bei den vorgefallenen, notorischen Tätlichkeiten des Mannes zwischen den Zeilen gegen den Mann wenig, gegen die Frau aber überaus Kritisch berichten, berührt seltsam. Es muß doch Mitarbeiter/innen eines Amtes, aber auch bei Gerichten tätigen Gutachter/innen klar sein, daß für einen so schwerwiegenden Eingriff in ein Verfassungsrecht, wie es ein Kindsentzug nun einmal ist, doch schwerwiegende, ja dramatische Defizite der Sorgeberechtigten, meist also von Eltern oder Elternteilen vorliegen müssen. Daß von solchen im vorliegenden Fall gar keine Rede sein kann, geht allein aus dem Zeugnis von RA Saschenbrecker eindrücklich hervor.

Ihr „fachpsychologisches Gutachten“ reichte Frau Sch. am 29.10.2013 beim Amtsgericht Neustand / W., Familiengericht, ein mit der Erklärung, sie habe „aufgrund einer sehr wahrscheinlich psychischen Erkrankung der Mutter, eine latente bis teilweise akute Kindeswohlgefährdung diagnostiziert.“ Die „sehr wahrscheinliche psychische Erkrankung“ präzisiert sie (GA-S 106) als „Verdacht auf eine Borderline-Störung“. In GA-S 96 schreibt sie weiter, daß Frau K. „aufgrund ihrer unverschul­deten psychische Instabilität in ihrer Erziehungsfähigkeit bedeutsam einge­schränkt ist“. (…)

Sch. bietet eine Expertise, die, fälschlich auf Wissenschaft sich berufend, schlicht an der menschlichen Wirklichkeit vorbeigeht. Diese Art Psychologie hat als Psychologe PD Dr. Leitner fachintern schon zerpflückt (s. unten). Mir als Psychiater obliegt es, die willkürlichen Herbeibiegungen Sch. von Krankhaftem in den Fall Kuwalewsky näher zu untersuchen.

 

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2 Kommentare

  1. Hat dies auf Simmi darf nicht zu Hause schlafen rebloggt und kommentierte:
    Das erinnert mich daran, dass ich dringend noch über das Gutachten bloggen möchte, dass uns bescheinigt, dass wir beide nicht erziehungsfähig sind.

    Gefällt mir

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